Projekte mit JaS


Vier Pfoten im Klassenzimmer

 

Alle Kinder sitzen gespannt auf ihren Plätzen. Es ist so leise, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Der Grund? Heute kommt ein ganz besonderer „Besucher auf vier Pfoten“ in die Klasse 2c an die Grundschule Nittendorf.

 

Samy, ein 6 Monate alter Labradoodle, ist der neue Begleiter von Jugendsozialarbeiterin Stefanie Horst und soll sie in Zukunft bei ihrer Arbeit unterstützen.

 

 

 

Warum das gerade ein Hund besonders gut kann, ist vielen bestimmt schon bekannt: ein Hund bewertet nicht. Er nimmt die Kinder wie sie sind. Viel besser noch – häufig vermittelt er ein schönes Gefühl von Anerkennung, Vertrauen und Zuneigung. Er löst in uns Menschen den Wunsch nach Interaktion aus. Wir mögen sein Freund sein und etwas mit ihm machen. Dafür bringen vor allem Kinder eine hohe Motivation auf. Es fällt ihnen leichter, länger ruhig zu sitzen, sich zu konzentrieren, etwas Neues zu lernen oder mitzumachen. Die treuen Begleiter auf vier Pfoten schaffen zudem eine schöne Atmosphäre und sind wunderbare „Eisbrecher“. Kinder stellen meist schnell einen vertrauensvollen Kontakt zum Hund her, identifizieren sich mit ihm. Man kann auch hervorragend von ihm lernen, denn Tiere zeigen, wo ihre Grenzen liegen, ob sie gerade spielen oder ruhen wollen. Sie sind tolle Vorbilder und spüren hervorragend, wie es dem Gegenüber geht. Hunde können also Mut machen, die Motivation und Freude an der Schule steigern.

 

Viele Studien beweisen längst die positive Wirkung, die ein Hund auf das Lernverhalten, die Klassenatmosphäre und das soziale Miteinander ausübt. Aus diesem Grund hat Frau Horst (JaS) die Zusatzausbildung als Tiergestützte Pädagogin erfolgreich absolviert, um in ihrer Arbeit einen Hund und somit dessen Mehrwert zu integrieren.

 

Die Grundschule Nittendorf hat sich zusammen mit Elternschaft und Gemeinde dazu entschieden, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten. So besucht der zukünftige „JaS-/Schulhund Samy“ mit seiner Besitzerin Stefanie Horst seit September 2018 einmal die Woche für wenige Stunden die Grundschule Nittendorf.

 

Da Samy noch sehr jung ist, soll er das Schulleben zunächst kennen lernen und hat noch keine speziellen Aufgaben. Im Alter von circa einem Jahr darf Samy dann selbst die Schulbank drücken und eine Ausbildung machen, um dann Frau Horst in ihrer Arbeit tatkräftig unterstützen zu können.

 

Da die Jungen und Mädchen an der Grundschule Nittendorf alle sehr gespannt auf den Vierbeiner sind, stellen sich Frau Horst und Samy in den nächsten Wochen in jeder Klasse vor.

 

 

 

„Wir müssen besonders leise sein, weil Hunde so viel besser hören können als wir!“, bringt ein Kind ganz richtig vor. Auch wissen die Schülerinnen und Schüler schon sehr gut, dass Samy erst gefragt werden möchte, bevor er gestreichelt wird, indem man ihn zuvor an der Hand schnuppern lässt. Und natürlich muss man immer erst den Hundebesitzer fragen – das gilt nicht nur in der Schule sondern auch, wenn die Kinder im Privaten einen Hund treffen und streicheln möchten. „Wir können ihn aber auch nicht alle auf einmal streicheln. Das würde ihm nur Angst machen und das wollen wir ja nicht!“, sagt eine Schülerin einfühlsam.

 

Die Klasse hat sich über den kurzen Besuch sehr gefreut. „Hoffentlich sehen wir dich bald wieder Samy!“, flüstert der Klassensprecher der Klasse 2c noch freundlich zum Abschied. „Ganz bestimmt!“, ermuntert Frau Horst die Kinder, „In so eine freundliche Klasse kommt Samy gerne wieder zu Besuch!“

 

 

 

Kind und Hund e.V. 

 

Ein Sicherheitstraining für Kinder im Umgang mit dem Hund

 

 

 

Dass der Hund der älteste Freund des Menschen ist und der Vierbeiner auch unseren Kindern im Schulalltag in vielen Situationen helfen kann, das wissen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Nittendorf schon lange. Schließlich begleitet der JaS*-Hund Samy die Jugendsozialarbeiterin Stefanie Horst schon im zweiten Schuljahr bei ihrer Arbeit. Er ist Eisbrecher im Kontakteaufbau, hilft bei der sozioemotionalen Erziehung, fördert das Selbstbewusstsein und die Verantwortungsübernahme, steigert die Impulskontrolle und die eigene Handlungskompetenz, baut Ängste ab und bringt Freude in den Schulalltag. Durch Fehlverhalten von Menschen gegenüber Hunden kann es leider auch zu Unfällen kommen. 

 

Daher ist es der Grundschule Nittendorf ein großes Anliegen, Kindern frühzeitig einen guten Umgang mit Hunden zu erlernen. Nicht nur der JaS-Hund Samy kann von dem Training profitieren. Es sollen auch außerschulische Unfälle mit Hunden vermieden und Ängste und Fehlverhalten abgebaut werden. Den Kindern macht das Training mit dem Hund auch jede Menge Spaß!

 

Und so besucht Frau Susanne Hauser und ihre Hündin Frieda im Rahmen der „Sicherheitserziehung von Kind und Hund e.V.“ die Ganztagesklassen 1g, 2g, 3g und 4g.

 


In zwei Schulstunden lernen die Kinder ganz spielerisch, wie sich Hunde verhalten, was sie gerne und was sie nicht so gerne mögen. Sie erfahren zum Beispiel, dass man einen schlafenden oder fressenden Hund niemals stört und wie man sich stattdessen angemessen nähert und mit ihm in einen freundlichen Kontakt tritt. Im direkten Umgang mit der aufgeschlossenen Goldendoodle-Dame Frieda können die Kinder unmittelbar erproben, wie man das gelernte anwendet.

 

„Darf ich deinen Hund streicheln?“, fragt der freundliche Schüler Frau Hauser und lässt Frieda an seiner Hand schnuppern, bevor er sie vorsichtig am Rücken krault. Drei mutige Kinder entdecken, dass Frieda am Bauch etwas kitzelig ist. Bei einem Suchspiel erleben die Schüler, wie gut Frieda riechen kann. Im Laufe des Projektes lässt sich deutlich beobachten, wie vorsichtige Schüler ihre Ängste abbauen und manch stürmisches Kind lernt, respektvoll und einfühlsam mit dem Lebewesen Hund umzugehen. „Diese Kompetenzen sind nicht nur für den Umgang mit dem Hund, sondern auch für ein gutes Miteinander in der Klasse wichtig!“, erklärt die Jugendsozialarbeiterin Stefanie Horst, die das Projekt „Kind und Hund e.V.“ für die Schule organisiert hat. Am Ende bekommen die Schülerinnen und Schüler einen Hundeführerschein. Alle sind glücklich und stolz.

 

Die Sicherheitserziehung ist für alle Kinder kostenlos. Spenden für den gemeinnützigen Verein sind natürlich herzlich willkommen. Über die Arbeit des Vereins können Sie sich im Internet unter www.kind-und-hund.org informieren.