Technik begeistert

Artikel und Fotos: Julian Krenz/MZ

 

Nittendorf. „So, jetzt brauchen wir noch einen Widerstand. Den müssen wir hier zwischenschalten. Dann müssen wir noch den Batterie-Clip befestigen. Wo gehört der hin?“ Viele Erwachsene verstehen nur Bahnhof, wenn Martin Birnböck und Thomas Schanderl den 16 Viertklässlern der Grundschule Nittendorf Schritt für Schritt den Bau einer LED-Taschenlampe zeigen. Doch die Kleinen wissen sofort was gemeint ist und machen sich an den Tischen eifrig an die Arbeit. Drähte löten, einen Stromkreis herstellen und schon leuchtet das kleine Lämpchen.

 

Die Nittendorfer Grundschule nimmt an dem Projekt „Schüler entdecken Technik“ des Vereins „Technik für Kinder“ (TfK) teil. Damit ist die Schule ein Vorreiter in der Oberpfalz. Acht Mädchen und acht Jungen kommen freiwillig an sechs Nachmittagen zu einer Doppelstunde in die Schule. Einen zweiten Kurs gibt es im nächsten Halbjahr“, erzählt die Rektorin Ingrid Haunschild. „Von den 73 Viertklässlern haben sich ganze 40 angemeldet. Da sieht man, wie hoch das Interesse ist.“

Auf einer Schulleiterkonferenz hatte Haunschild erstmals von dem Projekt gehört. Dann ging es darum, Sponsoren aufzutreiben. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 2100 Euro. Hauptkostenpunkt sind die Arbeitskoffer, in denen sich neben Drähten, Batterien und LED-Glühbirnen auch Löt-Geräte befinden. 1000 Euro übernahm Osram, den Rest deckten das Ingenieursbüro Reis, Elektronik Gschwendner und Tretter sowie der Markt Nittendorf ab.

„Mit den Sponsoren in der Hinterhand stand der Bewerbung nichts mehr im Wege“, erzählt die Rektorin. Ein Besuch der Sponsoren stand erst kürzlich auf dem Stundenplan, von Osram konnte leider kein Vertreter kommen. „Das ist natürlich schade“, so Haunschild. Die Sponsoren, allen voran Bürgermeister Helmut Sammüller, lobten durchwegs das Engagement der Schülerinnen und Schüler. „Mich freut es, dass dieses Projekt an unserer Schule durchgeführt wird. Das zeigt, wie fortschrittlich unsere Schule ist, und wie sehr sich auch lokale Unternehmen an unserer Schule mithelfen“, so der Bürgermeister.

Auch der Schulamtsdirektor Heribert Stautner hob die Pioniersrolle der Grundschule in der Oberpfalz hervor. „Diese Schule führt als einer der ersten in der Oberpfalz ein solches Projekt durch“, freute sich Stautner. Anschließend schauten die Versammelten den Viertklässlern über die Schultern. Zusammen mit den beiden Tutoren Martin Birnböck und Thomas Schanderl, die an der OTH Regensburg Gebäudeklimatik studieren, werkelten die Kinder fleißig an einem Stromkreis. „Man merkt einfach, dass die Kinder kreativer und unvoreingenommener sind als Erwachsene. Fragen, wie wir sie hier teilweise ansprechen, können bei uns an der OTH vielleicht so 65% nicht lösen. Hier kann es fast jeder. Die Kinder bringen oft in vereinfachter Form Ideen und Ansätze mit, die wir im Studium haben müssen“, erzählt Birnböck.

Gerade auch die Mädchen im Kurs zeigen hohes Interesse und auch Talent. „Wir kommen langsam ab von den alten Vorurteilen“, so Stautner. „In den technischen Berufen arbeiten immer mehr Frauen. Dass auch hier im Kurs so viele Mädchen sind, freut mich ganz besonders.“

In den kommenden Doppelstunden haben die Tutoren noch einiges mit den Kindern vor. Neben der LED-Taschenlampe werden die Schüler beispielsweise eine Sirene bauen oder alte Computer zerlegen. Erwähnenswert ist auch das Engagement der Grundschullehrerin Angelika Weber. Sie übernimmt freiwillig die Aufsicht in den Doppelstunden. (lkj)

 

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